Inhalt

Vorwort
An meine Tochter

ERSTES KAPITEL
Warum eigentlich hat Königin Europa, die so überaus gerne Marzipankugeln isst, die besten Märchenerfinder der Welt auf ihr Schloss geladen, wirklich, um Europa neu zu entdecken? Das aber geht nicht ohne Ärger, vor allem mit den Wissenschaftlern. Die Königin wird schwer krank, ein geheimnisvoller Traum begleitet sie, den der arabische Wunderdoktor jedoch für ganz normal hält.

ZWEITES KAPITEL
Achmed, der große Märchenerfinder aus dem uralten Gondischapur, führt die atemlos lauschenden Zuhörer an die Wiege des Wissens der Welt im einstigen arabischen Weltreich, an den Hof des sagenhaften Harun al Raschid. Aber dann, die Europäer im Thronsaal sind geschockt, erzählt Achmed von einer Reise in das Land der buckeligen Riesen im Norden, am anderen Ende des Salzmeeres – was ist da nur los?

DRITTES KAPITEL
Was kann Celim, der junge Erzähler aus der Türkei dafür, dass er die Europäer nicht kennt? Er glaubt wirklich, es reiche schon aus, ins Fernsehen zu kommen, um unsterblich zu werden. Unklar bleibt, warum er so provoziert. Jedenfalls, sicherlich unbeabsichtigt, liefert er den geschockten Europäern eine wunderbare Vorlage, einmal zu zeigen, wie das gehen könnte, störende Zwischenräume zu füllen.

VIERTES KAPITEL
Typisch, die Märchenerfinder streiten sich, wer als Nächster weitererzählen soll, sie wollen eine Arbeitsgruppe bilden ... währenddessen kann der Märchenminister überhaupt nicht einsehen, warum ausgerechnet die „Römerlinge“ hier am Hofe von Königin Europa eine Chance bekommen sollen, ihre Sicht über die Welt von Morgen auszubreiten.

FÜNFTES KAPITEL
Während der Erzählpause wird Andrezj Kieppas, der junge polnische Diplomat mit einer außergewöhnlich empfindlichen Nase, plötzlich in ein Gespräch mit einem unbekannten Ajatollah verwickelt. Zu seinem Entsetzen merkt er mehr und mehr, wie schwierig es ist, als gläubiger Pole mit einem Muslim ein Gespräch zu führen.

SECHSTES KAPITEL
Europäische Berufsbeamte nutzen die ärgerliche lange Erzählpause und lassen dabei viel über ihren Berufsalltag in Brüssel erkennen. Kann es sein, dass die Einigung über eine gemeinsame Tagungsordnung schon alles ist, was Europa verbindet, zumal es doch überhaupt keine Europäer gibt – aber was ist mit dem Russen? Der hat ganz neue Ideen, darf das sein?

SIEBTES KAPITEL
Dem Märchenminister reicht es, er regelt die Frage, welcher Märchenerfinder an der Reihe ist, mit den katholischen Gottesmännern, da ist er auf der sicheren Seite, wie er meint. Die Wahl fällt auf den jungen Mann der Ostkirche, erstaunlich, wovon dieser junge Russe träumt: Er ist nicht nur ein glühender Anhänger des Heiligen Nikolaus, er ist auch fest davon überzeugt, als moderner Heiliger in die Geschichte seiner Kirche einzugehen. Vorher will er aber erst noch Europa von Russland her neu erfinden. Woher er nur solche Ideen hat - aus seinen Gesprächen mit den Toten? Wie aber will er das den ironisch blickenden Europäern nur beibringen?

ACHTES KAPITEL
Nach dem spektakulären Auftritt des modernen christlichen „Schweigers“ aus dem Osten Europas ist jetzt endlich die junge Deutsche aus Indien dran: Shakuntala mit ihrem Elefanten Ganesha. Staunend hören die Europäer, sie sind ganz überrascht, wohl zum ersten Mal etwas über ihr Leben in einer Zuckerwattegesellschaft und sie fangen an zu ahnen, wie hart der Kampf darum tobt, zu verhindern, dass das Gute im Menschen eine Zukunft hat - was offenbar viel mit der Zukunft Europas zu tun haben soll. Aber was nur ist plötzlich mit der Königin los?

NEUNTES KAPITEL
Unruhe überall: Die Menschen im Lande schimpfen über den schweigenden Flitzer ... Europa sei auf dem Wege, russisch und islamisch zu werden; im Thronsaal müssen die Priester die weinenden und total aufgelösten Menschen trösten: „Gott schütze dich“, ... „Christus in dir“; der Märchenminister kann nicht verhindern, dass das „Non-Paper“ der Amerikaner über die Zukunft Europas an die Öffentlichkeit kommt ... Europa sei auf dem besten Wege, wieder zu einem „Weltreich in der Mitte“ zu werden, ... und was hat der Narr so aufgeregt mit dem Imam zu besprechen?

ZEHNTES KAPITEL
Georgios Goldmund erlebt eine böse Überraschung und Ganesha, der heilige Elefant, wird zum ersten Kirchenelefanten den Europäer erleben können. Albert, der „Mann Europas“, wird Ehrenvorsitzender der „Europäischen Patrioten“, während es die Muslime sind, die sich für die besseren Europäer halten. Ein „strategischer Konsens“ mit dem Osten des Kontinents ist unterwegs: Europa als wieder erstehendes „Reich der Mitte“ scheint seinen Weg zu finden – und: Es gibt immer mehr Europäer, die ihren Schatz auf dem Weg vom Kopf zum Herzen gefunden haben, der Königin sei Dank.

Nachwort
Brief an meinen Vater